Stimmen Sie ab: Wie soll der Veranstaltungssaal im Heiners heißen?

Das Heiners wird Ende September 2026 im Rahmen eines Festaktes an die Stadt Neu-Ulm übergeben. Ende Oktober folgt ein Tag der offenen Tür für alle Bürgerinnen und Bürger.

Neben der Stadtbücherei, dem Generationentreff sowie Wohnungen, Büros und einem Gastronomiebetrieb wird auch ein großer öffentlicher Veranstaltungssaal im Heiners sein Zuhause finden. 

Benannt werden soll der Veranstaltungsaal nach einer bedeutenden Neu-Ulmerin. Doch nach welcher? Das können Sie mitentscheiden! Zur Auswahl stehen drei Frauenpersönlichkeiten, die auf unterschiedliche Weise mit Neu-Ulm verbunden sind und deren Einsatz und Handeln in herausragender Weise in unserer Stadt und darüber hinaus gewirkt haben. 

Stimmen Sie vom 14. bis zum 28. August 2026 hier ab:

Anna Pfänder –
erste Stadträtin in Neu-Ulm

Anna Pfänder (geb. 1891 in Augsburg, gest. 1984 in Neu-Ulm) arbeitete über 30 Jahre als Lehrerin und später Rektorin der Volksschule in Neu-Ulm. Sie trat 1919 der SPD bei und war von 1919 bis 1933 Stadträtin und damit die erste Frau im Neu-Ulmer Stadtrat.

Anna Pfänder war Mitglied der sozialdemokratischen Frauengruppe und unter anderem zuständig für den Krippenfond.

Sie widerstand dem Druck, der NSDAP beitreten zu müssen und engagierte sich stattdessen in der NSV (Nationalsozialistische Volkswohlfahrt), um Familien und Kinder in sozialer Not zu unterstützen.

 Ab 1947 war Anna Pfänder im Vorstand der AWO.

Dr. PD Adele Hartmann –
erste habilitierte Frau in Deutschland

Dr. PD Adele Hartmann (geboren 1881 in Neu-Ulm, gestorben 1937 in München) besuchte die Privatschule für höhere Töchter in München und legte 1898 das Sprachlehrerinnenexamen für Französisch ab. Sie war 2 Jahre als Erzieherin in England tätig, um sich die Schulbildung an einem privaten Gymnasium zu finanzieren. Nach ihrem Abitur folgte ihr Studium der Medizin an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. 1913 folgte die Promotion und 1918 ihre Habilitation. Sie war damit die erste habilitierte Frau in Deutschland.

Dr. Adele Hartmann arbeitete zunächst als gehobene Assistentin an der Anatomischen Anstalt sowie als Privatdozentin für Anatomie. 

1920 wurde sie zur Beamtin des Freistaats Bayern vereidigt und unterrichtete plastische Anatomie an der Akademie der bildenden Künste. 1924 wurde ihr der Titel einer außerordentlichen Professorin verliehen.

Ottilie (Tilli) Wunder-Riechers – 
erste Verlegerin Deutschlands

Ottilie oder, wie sie sich selbst nannte, Tilli Wunder (geboren 1872 in Hannover, gestorben 1970 in Neu-Ulm) stammte aus einer Braunschweiger Geigenbauer-Familie. Zu den Gästen der Familie zählten Johannes Brahms und Clara Schumann.

1892 heiratete Ottilie Riechers den Berliner Verleger Franz Wunder. Als ihr Mann starb, übernahm Tilli Wunder die Geschäfte des Verlags Franz Wunder in Berlin. Sie war damit die erste Verlegerin in Deutschland.

1920 übergab sie den Verlag an ihren Sohn Hans. Der Verlag brachte unter anderem  Literatur zur Freimaurerei, Gedichtbände und Märchensammlungen heraus.

Nach Kriegsende folgte Tilli Wunder-Riechers ihrer Schwiegertochter nach Neu-Ulm und wohnte dort in der Maximilianstraße 1.